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Backlink-Analyse: Linkprofil prüfen, Risiken und Chancen finden

Eine Backlink-Analyse prüft alle eingehenden Links deiner Website: Sie deckt schädliche Links auf, bewertet die Linkqualität und zeigt neue Linkbuilding-Chancen. Hier lernst du den kompletten Prozess.

Intermediate7 min readLast updated: July 13, 2026

What you will learn

  • Was eine Backlink-Analyse ist und warum sie regelmäßig nötig ist
  • Welche Tools dir die nötigen Linkdaten liefern
  • Wie der Analyseprozess in vier Phasen abläuft
  • Woran du schädliche Links und unnatürliche Muster erkennst
  • Wie du mit toxischen Backlinks umgehst

Eine Backlink-Analyse ist die systematische Untersuchung aller eingehenden Links zu einer Website – mit dem Ziel, den Zustand des Linkprofils zu verstehen, Risiken zu erkennen und Chancen für künftiges Linkbuilding aufzudecken.

Backlinks sind Links von anderen Websites, die auf deine Seite verweisen. Sie wirken wie Empfehlungen im Netz und sind ein wichtiger Rankingfaktor. Stell dir die Analyse wie die Prüfung eines Hauses vor dem Kauf vor: Bevor du in weitere Optimierungen investierst, willst du wissen, ob das Fundament solide ist.

Warum sie wichtig ist

Eine regelmäßige Backlink-Analyse hat fünf Kernziele:

  • Schädliche Links identifizieren: Nicht jeder Link ist gut. Spammy oder unnatürliche Links können dem Ranking schaden oder sogar zu einer Abstrafung (Google Penalty) führen.
  • Linkqualität bewerten: Links von vertrauenswürdigen, themenrelevanten Seiten sind wertvoller als solche von geringer Qualität.
  • Chancen aufdecken: Die Analyse zeigt, welche Inhalte die meisten Links anziehen und von welchen Arten von Websites sie stammen.
  • Wettbewerber verstehen: Aus fremden Linkprofilen lernst du, welche Strategien funktionieren und woher wertvolle Links kommen.
  • Gesundheit überwachen: Regelmäßige Checks stellen sicher, dass dein Profil natürlich wächst und keine unerklärlichen Ausschläge zeigt.

Manuell lassen sich Backlinks kaum vollständig erfassen – du brauchst spezialisierte Tools:

  • Ahrefs: eine der größten und aktuellsten Backlink-Datenbanken; der Site Explorer erlaubt detaillierte Analysen des eigenen Profils und der Konkurrenz.
  • Majestic: fokussiert stark auf Linkdaten und bietet eigene Metriken wie Trust Flow und Citation Flow.
  • Moz Pro: liefert mit dem Link Explorer eine umfangreiche Datenbank und die Metriken Domain Authority und Page Authority.
  • Google Search Console: kostenlos und direkt von Google – zeigt die Links, die Google kennt. Die Google Search Console liefert oft unvollständige, aber besonders vertrauenswürdige Daten.

Das vollständigste Bild ergibt sich meist aus der Kombination mehrerer Quellen – Google Search Console plus ein kommerzielles Tool. Für den Anfang reicht aber auch ein einzelnes leistungsstarkes Tool wie Ahrefs.

Der Analyseprozess in vier Phasen

Natürliche vs. überoptimierte Ankertext-Verteilung NATÜRLICH ÜBEROPTIMIERT 40% 25% 20% 10% 5% 10% 10% 60% 15% 5% Branded Naked URL Generisch Keyword-bezogen Spam

Eine natürliche Ankertext-Verteilung ist vielfältig, eine überoptimierte häuft dieselben Money-Keywords.

Gesundes vs. unnatürliches Linkwachstum GESUNDES LINKWACHSTUM Verweisende Domains Zeit UNNATÜRLICHES LINKWACHSTUM Verdächtige Spitze mögliche negative SEO-Attacke Verweisende Domains Zeit

Gesundes Linkwachstum verläuft stetig, unnatürliches zeigt plötzliche Sprünge.

1. Datenerfassung

Sammle zuerst eine möglichst vollständige Liste aller Backlinks. Exportiere die Linkdaten aus deinem Haupttool (etwa Ahrefs Site Explorer) und ergänze sie idealerweise um Daten aus Google Search Console, Majestic und/oder Moz. Führe alle Link-URLs in einer Tabelle zusammen und entferne Duplikate.

2. Erste Übersicht gewinnen

Verschaff dir einen Überblick, bevor du ins Detail gehst:

  • Gesamtzahlen: Betrachte die Zahl der Backlinks und – wichtiger – der verweisenden Domains (Referring Domains). Viele Links von wenigen Domains sind weniger wert als Links von vielen unterschiedlichen, hochwertigen Domains.
  • Wettbewerbsvergleich: Setze diese Zahlen ins Verhältnis zu deinen Hauptkonkurrenten.
  • Linkwachstum über Zeit: Ein stetiges, natürliches Wachstum ist positiv. Plötzliche massive Anstiege oder Abfälle können auf unnatürliche Aktivitäten oder negative SEO-Attacken hindeuten und gehören genauer untersucht.
  • Verteilung der Top-Level-Domains: Aus welchen Länderendungen (.de, .com, .co.uk) stammen die Links? Ein ungewöhnlich hoher Anteil exotischer oder als spammy bekannter TLDs ist ein Warnsignal.
  • Ankertext-Verteilung: Ein natürliches Profil besteht vor allem aus Marken- und generischen Ankertexten. Ein Übermaß an exakten Keyword-Ankertexten („günstige schuhe kaufen") wirkt manipulativ und ist ein Relikt veralteter Taktiken.

3. Tiefere Analyse

Jetzt untersuchst du gezielt Risiken und Chancen:

  • Verschwendete Backlinks finden: Links, die auf 404-Seiten deiner Website zeigen, geben keine Linkkraft weiter. Reparier sie – durch Wiederherstellen der Seite oder eine 301-Weiterleitung auf eine passende, existierende Seite.
  • Seiten mit vielen Links, aber wenig Traffic: Solche Seiten sind oft schlecht optimiert. Eine Überarbeitung bringt häufig schnelle Erfolge.
  • Qualität der verweisenden Domains bewerten: Sortiere nach Metriken wie Domain Rating (Ahrefs) oder Domain Authority (Moz). Prüfe die schwächsten Domains manuell auf Spam und Irrelevanz – und identifiziere am oberen Ende deine „Superfans", also Domains, die mehrfach und positiv verlinken.
  • Sitewide Links: Domains, die sehr oft verlinken (etwa aus Sidebar oder Footer), sind nicht per se schlecht, können aber auf gekaufte oder minderwertige Links hindeuten. Kontext entscheidet.
  • Vollständiges Ankertext-Profil prüfen: Durchsuche die komplette Liste nach themenfremden, verdächtigen Begriffen (Glücksspiel, Erotik, Pharma). Ein fortgeschrittener Tipp: Ankertexte in ein Keyword-Tool einlesen und nach Cost-per-Click sortieren – hochpreisige kommerzielle Keywords können auf gekaufte Links hindeuten.
  • Gleiche C-Klasse-IPs (fortgeschritten): Verlinken viele verschiedene Domains von derselben C-Klasse-IP, kann das auf ein privates Blog-Netzwerk (PBN) hindeuten, das gegen die Google-Richtlinien verstößt. Hier ist Vorsicht geboten, denn es gibt auch legitime Gründe für geteilte IPs.

Nach dem Überblick lohnt eine manuelle Prüfung – besonders bei Spam-Verdacht:

  • Fokussieren: auf Links zu deinen wichtigsten Seiten oder auf zuvor als verdächtig markierte Links.
  • Filtern: Für Bereinigungs-Audits kannst du nofollow-Links ausblenden (sie haben meist keinen direkten negativen Einfluss) und nicht mehr erreichbare Links entfernen.
  • Sortieren: die verbleibenden Links nach geschätztem Traffic, URL Rating oder Trust Flow priorisieren.
  • Muster erkennen: Was haben deine besten Links gemeinsam? Welche Inhalte werden verlinkt, in welchem Kontext, mit welchem Ankertext? Wenn viele Links aus „Top-Tools"-Listen stammen, weißt du, welche Taktik sich lohnt.

Hochwertige vs. minderwertige verweisende Domains

Bei der Bewertung einzelner Domains helfen ein paar klare Merkmale:

Merkmal

Hochwertig

Geringwertig

Themenrelevanz

Hoch – thematisch passend

Niedrig oder themenfremd

Website-Qualität

Professionell, gepflegt

Vernachlässigt, Spam-Charakter

Autorität / Metriken

Hoch (z. B. DR, Trust Flow)

Niedrig / unbekannt

Ausgehende Links

Relevant und moderat platziert

Viele irrelevante oder Spam-Links

Deckt die Analyse schädliche Links auf, gibt es zwei Wege:

  1. Entfernungsbitte (Outreach): Kontaktiere den Webmaster der verlinkenden Seite und bitte höflich um Entfernung. Das ist mühsam, aber der von Google bevorzugte Weg.
  2. Google Disavow-Tool: Ist eine Entfernung nicht möglich, kannst du Google bitten, die Links zu ignorieren. Wichtig: Das Disavow-Tool ist mit Vorsicht und nur als letztes Mittel einzusetzen. Google erkennt Spam-Links heute meist automatisch und entwertet sie – ein Disavow ist oft gar nicht mehr nötig. Fälschlich entwertete Links können sogar schaden.

Wettbewerbsanalyse nicht vergessen

Dieselben Schritte lassen sich auf die Linkprofile deiner Wettbewerber anwenden. Das zeigt, welche Linkbuilding-Strategien sie verfolgen, welche Inhalte bei ihnen als Link-Magnete wirken und woher ihre wertvollsten Links stammen – potenzielle Quellen für dich. Die Grundlagen dazu findest du unter Linkbuilding und im Überblick zu Off-Page-SEO.

Fazit

Eine gründliche Backlink-Analyse ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Sie sichert die Gesundheit deines Linkprofils, minimiert Risiken durch schädliche Links und deckt Wachstumschancen auf. Mit den richtigen Tools und einem systematischen Vier-Phasen-Vorgehen sorgst du dafür, dass dein Backlink-Profil ein starkes Fundament für deinen SEO-Erfolg bildet.

FAQ

Häufige Fragen

Regelmäßig – idealerweise mehrmals im Jahr und immer dann, wenn du ungewöhnliche Ranking- oder Traffic-Schwankungen bemerkst. So erkennst du unnatürliche Ausschläge im Linkwachstum frühzeitig.

Das vollständigste Bild liefert die Kombination aus Google Search Console und einem kommerziellen Tool wie Ahrefs, Majestic oder Moz. Für den Einstieg reicht ein einzelnes leistungsstarkes Tool.

Warnsignale sind themenfremde oder spammy Quellseiten, exotische TLD-Häufungen, ein Übermaß exakter Keyword-Ankertexte, plötzliche Link-Spitzen und viele Domains von derselben C-Klasse-IP (mögliches PBN).

Nein. Google entwertet Spam-Links heute meist automatisch. Das Disavow-Tool ist nur ein letztes Mittel – etwa bei einer manuellen Maßnahme oder wenn eine Entfernung nicht gelingt. Fälschlich entwertete Links können dem Ranking schaden.

Quiz

Teste dein Wissen

Fünf Fragen zur Backlink-Analyse und zum Umgang mit schädlichen Links.

Question 1 of 5

Welche Kennzahl ist bei der ersten Übersicht wichtiger als die reine Zahl der Backlinks?