Broken Link Building: Backlinks über defekte Links gewinnen
Broken Link Building nutzt defekte Links auf fremden Seiten: Du bietest deinen Inhalt als Ersatz an. Hier lernst du den kompletten Prozess von der Recherche bis zum Outreach.
Das lernst du hier
- Was Broken Link Building ist und warum es einen echten Mehrwert bietet
- Wie du defekte Seiten mit wertvollen Backlinks aufspürst
- Wie du Link-Potenziale bewertest (Vetting), bevor du Inhalte erstellst
- Wie du passenden Ersatzinhalt bereitstellst
- Wie du Webmaster im Outreach überzeugst
Broken Link Building in einem Satz
Broken Link Building (auch Dead Link Building) ist eine Linkaufbau-Methode, bei der du defekte Links auf anderen Websites findest, den Betreiber darauf hinweist und deinen eigenen, thematisch passenden Inhalt als Ersatz vorschlägst. Der Reiz liegt im doppelten Nutzen: Du hilfst dem Webmaster, einen Fehler auf seiner Seite zu beheben – und gewinnst dabei einen hochwertigen Backlink. Damit ist Broken Link Building eine der fortgeschritteneren Techniken im Linkbuilding.
Die Grundidee: Webmaster wollen ihren Besuchern keine fehlerhaften Links anbieten. Wer eine funktionierende Alternative liefert, bietet echten Mehrwert – und erhöht so die Bereitschaft zur Verlinkung.
Funktioniert Broken Link Building heute noch?
Die Meinungen gehen auseinander. Manche halten die Methode für weniger wirksam als andere, andere erzielen weiterhin Erfolge. Die Wahrheit liegt dazwischen und hängt stark von der Ausführung ab. Linkaufbau ist generell anspruchsvoll – Broken Link Building ist da keine Ausnahme. Es erfordert Geduld, die richtigen Werkzeuge und ein durchdachtes Vorgehen. Der entscheidende Vorteil bleibt aber: Du bietest zuerst einen konkreten Nutzen, statt nur um einen Link zu bitten.
Der Prozess in vier Schritten
Eine erfolgreiche Kampagne lässt sich in vier Phasen unterteilen: defekte Seiten mit Backlinks finden, die Backlinks bewerten, Ersatzinhalt bereitstellen und schließlich Outreach betreiben.
Broken Linkbuilding läuft in vier Schritten: defekte Links finden, Ersatzinhalt bereitstellen, Betreiber kontaktieren und Link ersetzen lassen.
Schritt 1: Defekte Seiten mit Backlinks finden
Ohne spezialisierte Werkzeuge ist es kaum möglich, defekte Seiten mit nennenswerten Backlinks zu finden. Tools wie Ahrefs, Semrush oder Moz Link Explorer sind hier unerlässlich. Diese Methoden haben sich bewährt:
- Defekte Seiten von Wettbewerbern analysieren: Gib die Domain eines Wettbewerbers in den „Site Explorer“ ein, navigiere zum Bericht „Best by Links“, filtere nach dem Statuscode 404 not found und sortiere nach der Anzahl verweisender Domains. Hintergrund zu Statuscodes findest du unter HTTP-Statuscodes.
- Nach Thema suchen: Der Ahrefs Content Explorer durchsucht das gesamte Web. Gib ein breites Keyword ein, stelle den Modus auf „Im Titel“, filtere nach „Nur defekte Seiten“ und optional nach einer Mindestanzahl verweisender Domains.
- Defekte ausgehende Links prüfen: Fast jede Website verlinkt auf externe Ressourcen, von denen einige ins Leere führen. Der Bericht „Defekte Links“ unter „Ausgehende Links“ listet sie auf.
- Ressourcenseiten durchsuchen: Finde Linksammlungen mit Suchoperatoren wie
KEYWORD intitle:resources inurl:links.htmlund prüfe sie mit Browser-Erweiterungen wie Check My Links. - Die Wikipedia-„Dead Link“-Technik: Suche mit
site:wikipedia.org "KEYWORD" intext:"dead link"nach Artikeln mit als tot markierten Quellen. Ersetze den Link nicht direkt auf Wikipedia (dort meist nofollow), sondern prüfe, welche anderen Seiten ebenfalls auf die tote Quelle verlinken.

Schritt 2: Link-Potenziale bewerten (Vetting)
Es ist verlockend, sofort Ersatzinhalte zu erstellen – aber prüfe zuerst die Qualität. Nicht jeder Backlink ist wertvoll.
Qualität der Backlinks prüfen: Gib die URL der defekten Seite in ein Backlink-Analyse-Tool ein und filtere minderwertige Links aus – etwa nur Dofollow-Links anzeigen, Domains mit sehr niedrigem Domain Rating ausschließen und Quellen ohne Traffic entfernen. Wie du ein Linkprofil systematisch bewertest, zeigt die Backlink-Analyse.
Gründe für die Verlinkung verstehen: Warum haben andere auf die tote Seite verlinkt? Es gibt zwei Arten:
- Allgemeine Links: Die Seite wird als Ganzes empfohlen, ohne erkennbaren Grund (z. B. Ankertext „hier klicken“).
- Deep Links: Die Seite wird wegen eines konkreten Aspekts verlinkt – einer Statistik, Definition oder Anleitung. Der Grund ist aus dem Kontext klar (z. B. „laut dieser Studie …“).
Achte besonders auf Deep Links und notiere, welche Information zur Verlinkung führte. Die Wayback Machine (archive.org) hilft dir, den ursprünglichen Inhalt der toten Seite einzusehen.
Schritt 3: Ersatzinhalt bereitstellen
Mit dem Wissen aus Schritt 2 stellst du einen passenden Ersatz bereit. Entweder nutzt du vorhandenen Inhalt, der die Lücke gut füllt – oder du erstellst neuen. Guter Ersatzinhalt sollte dem Zweck der ursprünglichen Seite ähneln, die „linkable points“ der Deep Links abdecken und das Original verbessern: aktueller, verständlicher, visuell ansprechender oder durch zusätzliche Ressourcen ergänzt. Ziel ist ein Ersatz, der mindestens genauso gut, idealerweise besser ist. Nutze die Wayback Machine als Vorlage, aber vermeide direkte Kopien (Plagiat).

Schritt 4: Outreach durchführen
Jetzt kontaktierst du die Webmaster, die auf die tote Seite verlinken. Eine E-Mail an eine allgemeine info@-Adresse führt selten zum Erfolg – finde die verantwortliche Person über „Über uns“-Seiten oder Autorenprofile.
Für die Nachricht gelten diese Grundsätze: Weise freundlich auf den konkreten defekten Link hin, schreibe personalisiert statt generisch und biete deinen Inhalt als klare Alternative an. Erkläre kurz, warum er ein guter Ersatz ist – gleiches Thema, aktuellere Infos, zusätzliche Vorlage. Wenn du weißt, warum der Link ursprünglich gesetzt wurde, greif das gezielt auf. Halte die Nachricht kurz; eine Betreffzeile wie „Defekter Link auf deiner Seite [Name]“ hilft. Und bleib freundlich statt fordernd: Ein sanfter Vorschlag kommt besser an als eine direkte Bitte um Verlinkung. Die allgemeinen Outreach-Prinzipien vertiefen wir unter Outreach für Linkbuilding.
Nicht jeder wird antworten – das ist normal. Ein freundliches Follow-up nach einiger Zeit ist in Ordnung, ohne aufdringlich zu werden. Verschwende keine Zeit auf Websites, die seit Jahren nicht gepflegt werden.
Nützliche Werkzeuge
Werkzeug | Hauptfunktion |
|---|---|
Backlink-Checker (Ahrefs, Semrush, Moz) | Backlinks analysieren, 404-Seiten mit Links finden |
Content Explorer (Ahrefs) | Defekte Inhalte zu einem Thema im Web suchen |
Site-Audit-Tools (Semrush, Screaming Frog) | Defekte interne und externe Links finden |
Browser-Erweiterungen (Check My Links) | Links auf einer einzelnen Seite schnell prüfen |
Wayback Machine (archive.org) | Archivierte Versionen toter Seiten ansehen |
Fazit
Broken Link Building ist eine bewährte Taktik, die richtig angewendet nach wie vor hochwertige Backlinks liefern kann. Der Schlüssel liegt darin, echten Mehrwert zu bieten, indem du Webmastern hilfst, ihre Seiten zu verbessern. Das erfordert sorgfältige Recherche, eine ehrliche Bewertung der Link-Potenziale, relevanten Ersatzinhalt und eine personalisierte, hilfreiche Ansprache. Der Prozess ist zeitaufwendig – aber dank des klaren Wertversprechens gehört Broken Link Building in jede umfassende Linkbuilding-Strategie.
FAQ
Häufige Fragen
Ja, wenn es sauber ausgeführt wird. Der Erfolg hängt stark von der Qualität der gefundenen Links und der Personalisierung des Outreachs ab. Der klare Mehrwert – Fehlerbehebung für den Webmaster – macht die Methode weiterhin attraktiv.
Ein Backlink-Analyse-Tool wie Ahrefs, Semrush oder Moz ist unverzichtbar, um defekte Seiten mit Backlinks zu finden. Ergänzend helfen Browser-Erweiterungen wie Check My Links und die Wayback Machine, um tote Inhalte zu prüfen.
Weil nicht jeder Link wertvoll ist. Erst wenn genügend hochwertige, relevante Seiten auf die tote Seite verlinken, lohnt sich der Aufwand für einen Ersatzinhalt. Achte besonders auf Deep Links mit klarem Kontext.
Das wird nicht empfohlen – Wikipedia-Links sind meist nofollow und werden von Editoren streng geprüft. Nutze Wikipedia stattdessen, um tote Quellen zu finden, auf die auch andere reguläre Websites verlinken.
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Fünf Fragen zu Broken Link Building.
Frage 1 von 5
Was ist die Grundidee von Broken Link Building?